Ungarnreise 2011

Ungarnreise

 

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Wenn mehr Leut‘ eine Reise tun, muss einer darüber schreiben. Heuer im August war es wieder soweit. Die Untersteinacher sind ausgeflogen. Sie haben sich wieder mal aufgemacht um ihre Partnergemeinde im ungarischen Simontornya zu besuchen. Wie alle 2 Jahre hat sich auf heuer eine Delegation auf die 850 Km lange Reise nach Ungarn begeben. Und doch war diesmal einiges anders als die Jahre zuvor. 2 Familien haben schon im Vorfeld beschlossen ihren Aufenthalt zu verlängern. „ Su sen mir, also mei Sippn und iich, und unera Nochbern scho zwelf Toch ehrer do nunter zen Plattensee gfohrn. Na, gezockelt – mit unera Wohnwägn. Haaß woars. Gschwitzt hommer. Ober schee wars. Blus mit der Sproch, do hots net su hiighaut. Alles haast anersch do unden. Und erscht dia Orznäma. Do bista middn lesen verm Orzschild nonnich färtig, do bista durchn Ort scho durch. Und annera Orte hamera 1000 Einwohner und jeder anzelner wohnt in an Haus o der Haubstrooß. Ober – annera Länder, annera Käffer.

 

Mir also auf denn Cämbigplotz nauf. An herrlichen Blotz hommer kappt. Schee schattig und gruuß. Ober um uns rum nur Ungarn und Polen. Ja gibz denn do kaanna deitschen Touris? Naa – weil der ungaische Cämbingglub hot 50sten Geburtstag gfeiert. Und alla ham sich dort getroffn. Do gibz net vill Blotz für frängischa Delegazionen. Mir senn dann am 3. Toch scho amoll nooch Simontornya gfohrn um zer schaun, wie mer do hii kimmt. Wor aweng wieder weg wie gedocht, ober a scheena Foahrt. Fast wie in der Doskana. Durch sanfta Hubbl um den halben blatten See. Manche Dörfer senn ganz schee. Ober bei mancha maanst du sitzt in aaner Zeitmaschine. Rechts und Links die Strommasten. Und lauter klaana Lädla. Dennen ihr real,- iss su gruuß wie bei uns der Geyersch Beck. Es gibt ober a scho echta Lidl und Aldi und Penny. Ober do drinna haast a alles ungarisch. Ohna Wörderbuch gitt do nix. Mit hom also scho 11 Toch bei 37° in der Sunna geknuspert, do hat sich der zweita Taal der Delegation fürn Donnerschdoch ongekündicht-mit aan hefdichen Sturm (120km/h). Uns hots die Häring ausn Buden gezung (Su ein Wind wecher den bissla Fahrt häts net gebraucht.) Und dann worn sa do. Der staanicher Ungarnkreis samt Pfarrer Oertel und 4 Kinner. 6 Herrschaften im goldenen Herbst des Lebens und ihre gestliches Oberhaupt. Die hom uns ganz sche auf Trab ghaltn. Om erschten Omd hom mer um die Wett gesnn. Wer sein Teeler leer gricht, ohna daß die ungarischen Freunde gleich nochglodn ham, hot gewunna. (Es hot kaaner gschafft.)

 

Am zweiten Toch (Fraitoch) hom sa uns in die größta Bodwanna Europas gschickt. Im Balaton konnst ja net dersaufn. Der gitt der ja grod ner bis zum Or…

 

Am drittn Toch (Samstoch) war die Rentnerbäänd dann im Freilandmuseum und bodn in der Donau. (do ziicht der scho erer die Fiiß weg.) Mir Pladdenseetouris hom Pause gemacht.

 

Am vierten Toch war Sunntoch. Und do gits nei der Kerng.Goddesdienst multilingual! Und hinderher scho widder Wettessen. Noch am Mittagsschläfchen für die Jugend (-die Rentnerbäänd hod ja scho mit die Hufe gscharrt) ging es zum Lotzi und seiner Lissi nei´n Weinberg. – zerm Esen. Wein hots a gem. Die Gunga hom sa dann zum Billard und nei der ungarischen Disco gschickt. Und dann gings im Weinberg erscht richtich luus. Gs… unga hom sa. Lustig wors bis die Sunna fort woar.

 

Am fünften Toch (Montoch) waar Kuldur ongsocht. Do semmer noch Budapest gfohrn. Eine Stadt der Extreme. Extrem gruuß. Extrem teuer. Extrem vüll Leit unterwegs. Extrem indressand und extrem scheeee. Die hom 69 Kassn in aner Reiha. Do ko sich uner real,- 5 mal drinna versteckn. Des wor dann Extremshopping. Und obms hods widder extrem vill zer Essen gebn.

 

Om Dienstoch in aller Herrgodsfrüh sen dann die Midglieder des Ungarnkreises samt ihrem geistlichen Oberhaupt wieder in Richtung Unterstaanich aufgebrochen. Der Abschied woar Dränenreich, die Souveniers woarn alkoholreich und die Begechnungen in Ungarn woarn segensreich. Alla freia sich scho aufs nächst Joähr, wenn die Ungarn dann widder mol noch Unterstaanich kumma.

 

Mir Pladdenseetouris hom dann erscht amol nuch a poar Toch zur Erholung gebrauchd. Wärend mir unner Brogramm obgespult hom, is unner Cämbingblotz richtig leer woarn. Die resdlichen Mobilurlauber aufn Plodz hom uns dann a widder verstanden. (Meisdens jedenfolls). Unner Hamfohrt wor dann nuch a weng durbulend. So mit muldikuldurellen Begechnungen am Strossenrand. Abgsehn davon waar des ein herrlicher Urlaub. Des tät mer doch glad weg nuchamol machen.“ 

Alle Mitglieder der unterscheinacher Reisegruppe haben den Ausflug gut überstanden. Und trotz Sprachbarrieren auf beiden Seiten waren die Begegnungen mit unseren ungarischen Freunden sehr herzlich und ohne Berührungsängste. Wir freuen uns schon sehr auf ihren Gegenbesuch unter der Leitung von Pfarrer Karoly Lörinczi im Sommer 2012.

 

Bis dahin ein herzliches Viszontlátásra!